Die craniosacrale Körperarbeit ist eine sanfte Form der körperorientierten Begleitung, die ihren Ursprung in der osteopathischen Tradition hat. Im Laufe ihrer Entwicklung entstanden unterschiedliche Ansätze und Schulen. Die biodynamische Craniosacralarbeit legt dabei besonderen Wert auf Ruhe, achtsame Berührung und die Wahrnehmung feiner körperlicher Prozesse.
Ein sanfter Zugang zum Körper
Bei einer biodynamischen Sitzung steht nicht die Behandlung eines bestimmten Körperteils im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, den Menschen als Ganzes wahrzunehmen und einen Raum zu schaffen, in dem Ruhe und Körperwahrnehmung möglich werden können.
Die Berührung ist in der Regel sehr leicht und erfolgt häufig an Kopf, Kreuzbein, Rücken oder anderen Körperregionen. Der Klient bleibt dabei bekleidet und liegt meist bequem auf einer Behandlungsliege.
Ein wesentliches Merkmal des biodynamischen Ansatzes ist die Haltung des Praktizierenden: Es geht weniger darum, etwas im Körper aktiv zu korrigieren oder zu manipulieren, sondern vielmehr darum, aufmerksam wahrzunehmen und den natürlichen Prozessen des Körpers Raum zu geben.
Was bedeutet „biodynamisch“?
Der Begriff „biodynamisch“ weist auf eine Vorstellung hin, nach der der Körper über eigene Regulations- und Anpassungsprozesse verfügt. In der biodynamischen Craniosacralarbeit wird deshalb eine möglichst ruhige und nicht-invasive Form der Begleitung angestrebt.
Dabei spielt die Wahrnehmung von Atmung, Muskelspannung, Bewegung und Ruhe eine wichtige Rolle. Innerhalb der verschiedenen Schulen der Craniosacralarbeit werden außerdem sehr subtile rhythmische Bewegungen des Körpers beschrieben. Diese Konzepte gehören zum theoretischen Modell der Methode und sind wissenschaftlich nicht in allen Punkten eindeutig belegt.
Was geschieht während einer Sitzung?
Eine Sitzung beginnt normalerweise mit einem kurzen Gespräch. Dabei können aktuelle Beschwerden, persönliche Anliegen oder die Erwartungen an die Sitzung besprochen werden.
Anschließend nimmt der Klient eine bequeme Position auf der Behandlungsliege ein. Die Behandlung erfolgt mit sanften Berührungen und längeren Phasen der Ruhe und Wahrnehmung.
Manche Menschen nehmen während einer Sitzung Wärme, ein Gefühl von Schwere oder Leichtigkeit, spontane Bewegungen oder eine stärkere Wahrnehmung des eigenen Körpers wahr. Andere empfinden vor allem Ruhe und Entspannung. Die Erfahrungen können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein.
Es gibt dabei kein bestimmtes Gefühl, das man „haben sollte“. Eine Sitzung muss nicht auf eine bestimmte Weise erlebt werden, um sinnvoll oder angenehm zu sein.
Eine Einladung zur Körperwahrnehmung
Biodynamische craniosacrale Körperarbeit versteht sich vor allem als achtsame Form der körperorientierten Begleitung. Sie lädt dazu ein, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen und Momente von Ruhe und Aufmerksamkeit zu erleben.
Wichtig ist dabei eine klare Unterscheidung zwischen dem therapeutischen Modell und wissenschaftlich gesicherten medizinischen Aussagen. Craniosacrale Körperarbeit sollte keine notwendige medizinische oder psychotherapeutische Behandlung ersetzen. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist es sinnvoll, diese zunächst ärztlich oder therapeutisch abklären zu lassen.
